Gott sei Dank!?

Heute ist Erntedankfest. Ein Tag an dem man Gott für die Ernte und einhergehend damit, für unsere Versorgung mit Lebensmitteln dankt. Abgesehen davon, dass ich nicht viel von Tagen halte, wo es sich plötzlich um etwas dreht, was eigentlich immer wichtig ist – Dankbarkeit, Liebe und Wertschätzung -, möchte ich ein paar meiner Gedanken dazu mit euch teilen.

Wie schon erwähnt ruft uns dieser Tag heute dazu auf dankbar dafür zu sein, dass wir versorgt sind, dass wir ernten (trotz heißem Sommer) und nicht hungern müssen. Und auch, wenn ich dankbar dafür bin –  ich das zumindest von mir meine, dass ich’s bin – sind da diese hinterfragenden Gedanken in mir:

Kann ich dafür dankbar sein nicht hungern zu müssen, wenn ich weiß, dass es wo anders auf diesem Planeten der Fall ist? Eigentlich müsste ich gerade deshalb um so dankbarer sein, aber irgendwie hat das für mich einen bitteren Beigeschmack, dass ich mich darüber freuen soll, dass es mir besser geht als anderen. Ich kann das leider nicht besser erklären und umschreiben. Ich hoffe einfach, dass ich versteht, was ich meine.

Können wir wahre Dankbarkeit empfinden in einer Zeit es Überflusses und der Lebensmittelverschwendung? Mir ist klar, dass dieser Feiertag uns daran erinnern soll, dass es eben nicht selbstverständlich ist, aber trotzdem nehmen wir es doch als selbstverständlich hin, oder? Tiefe, ehrliche Dankbarkeit – ich glaube das müssen wir neu erlernen.

Warum nicht für alles dankbar sein? Wenn man schon mit der Ernte anfängt, muss man doch nicht gleich aufhören. In Amerika gibt es an Thanksgiving (ich weiß, fester vorgeschriebener Tag und so…) den Brauch unabhängig von der Ernte auszusprechen, wofür man Dankbar ist. Irgendwie schön. In einer Tischrunde laut auszusprechen wofür man dankbar ist schafft vielleicht auch noch mehr Bewusstsein dafür, als wenn man das nur für sich im Stillen macht. Dankbarkeit (mit)teilen kann bestimmt noch mehr Freude entfachen. Ein Versuch ist es wert!

Wenn ich es mir jetzt genau überlege sollte ich vielleicht meine Einstellung zu festen Terminen im Jahr (für was auch immer) nochmal überdenken. Anscheinend braucht der Mensch eben doch diese festen Tage und sich Liebe zu schenken, Wertschätzung entgegenzubringen und Dankbarkeit auszudrücken. Vielleicht brauchen wir immer wieder aufs Neue diese Anstubser um uns damit auseinander zu setzten. Vielleicht brauchen wir diese Erinnerungen, dieses Innehalten, um aus dem Alltag auszubrechen und Dinge, die für uns selbstverständlich geworden sind wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Vielleicht brauchen wir Rituale, die uns wachrüteln, bestärken und jährlich begleiten.

Wie seht ihr das Ganze? Ich bin wirklich auf eure Meinung und eure Gedanken dazu gespannt! Und bitte lasst mich nicht die einzige sein, die sich ständig so viele Gedanken macht und hinterfragt….

Alles Liebe ♥ eure Julia

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